STARTHILFE von Profis für Profis ohne schwerwiegende Folgen für die Fahrzeugelektronik

Sehr oft wird berichtet, dass nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Starthilfe im Armaturenbrett moderner Fahrzeuge plötzlich eine oder mehrere Fehlerwarnleuchten nach dem Motorstart nicht mehr ausgehen. So kann es sein, dass plötzlich die Störungswarnleuchte von ABS, Airbag, oder der Motorsteuerung nicht mehr erlischt. Im schlimmsten Fall ist dann ein Steuergerät defekt und muss erneuert werden. Erfahrungsgemäß sind solche Reparaturen immer mit einem sehr hohen finanziellen Aufwand verbunden. Um eine Beschädigung durch eine gut gemeinte Starthilfe zu vermeiden sollten nachfolgende Dinge unbedingt beachtet werden.

 

1. Feststellen wie viel Strom noch in der Batterie vorhanden ist !
Dazu schaltet man die Zündung ein. Leuchtet keine Kontrolllampe mehr auf, kontrolliert man zunächst die Batterieanschlüsse auf festen Sitz. Sind die Anschlüsse fest mit der Batterie verschraubt und die Lampen leuchten nicht, ist die Batterie tiefentladen. Die Batterie sollte nach Möglichkeit ausgebaut werden und einer Langzeitladung unterzogen werden.
Leuchten die Lampen bei Zündung "ein" jedoch auf und gehen bei Betätigung der Startstellung aus, ist möglicherweise die Batterie defekt. In diesem Fall sollte umgehend eine neue Batterie eingebaut werden.

2. Die Starthilfe !
Unbedingt sicherstellen, dass vom Fahrzeug mit der leeren Batterie die Zündung ausgeschaltet ist und der Zündschlüssel vom Fahrzeug abgzogen ist. Es kann nämlich vorkommen, dass sich durch Anlegen einer Spannung die Zentralverriegelung aktiviert und der Schlüssel plötzlich im Fahrzeug versperrt ist. Oder durch Unachtsamkeit die Zündung eingeschaltet ist während mit der Starthilfe begonnen wird. Durch plötzlich auftretende Spannungsspitzen (bis 150 V) , die durch anziehende Relaisspulen erzeugt werden, werden sehr oft die empfindlichen Halbleiterbauelemente in diversen Steuergeräten zerstört.

3. Der Leitungsquerschnitt !
Der Leitungsquerschnitt der Starhilfekabel sollte so groß wie möglich gewählt werden. Leitungsquerschnitte von 16 qmm bis 25 qmm sind in der Regel üblich. Bei kleinen Querschnitten (16 qmm) ist oft ein Vorladen für etwa 15 Minuten bei tiefentladenen Batterien zu empfehlen. Generell ist ein Vorladen über 1/4 Stunde nie schlecht. Die leere Batterie hat dabei üblicherweise genügend Zeit soviel Strom zu speichern um danach über genügend Pufferwirkung zu verfügen. Diese Pufferwirkung ist maßgeblich um eine Beschädigung elektronischer Bauteile am Fahrzeug zu verhindern.

4. Die Vorgangsweise !
Beachtet man eingangs die vorhin erwähnten Hinweise startet man das Spenderfahrzeug und verbindet die beiden Pluspole der Batterien mit dem roten Starterkabel. Danach klemmt man am besten an einem blanken metallischen Motorteil (aber auch der Minuspol der Startbatterie ist geeignet) des Spenderfahrzeuges das schwarze Startkabel an und verbindet es zum Schluss mit dem minus Pol der leeren Batterie.

5. Startvorgang !
Nach einer Vorladezeit von etwa 15 Minuten lässt man die Fahrzeuge über die Startkabel verbunden und startet das defekte Fahrzeug. Dabei sollte besonders darauf geachtet werden, dass unnötige Gasstöße vermieden werden, da diese durch sehr hohe Ladeströme der Lichtmaschine wiederum zu Spannungsspitzen und zur Zerstörung von Steuergeräten führen können.

6. Der Sicherheitstest !
Nach weiteren 15 Minuten Laufzeit stellt man das defekte Fahrzeug ab und schließt die Starterkabel vom Fahrzeug ab. Kann das Fahrzeug mit der eigenen Batterie nun wieder gestartet werden ist eine Weiterfahrt bedenkenlos möglich. Ist die Batterie jedoch so defekt, dass das Fahrzeug nicht wieder gestartet werden kann, muss die Batterie in der Werkstätte zuerst geladen oder erneuert werden.