Viele Kraftfahrer unterschätzen
die Bergfahrt und überschätzen die Fahrzeugtechnik. Dadurch kommt es immer
wieder zu höchst gefährlichen Situationen bei denen die Fahrzeuglenker oftmals
glücklicherweise bloß mit einem Schock und einem sprichwörtlich " blauen Auge"
davon kommen. Kaum ein Kraftfahrer verschwendet einen Gedanken an die Bremsscheiben
bei einer Talfahrt von einem 3.000er. Die Bremsscheiben erreichen dabei Temperaturen
von bis zu 800°C und werden rot glühend. Diese Hitze strahlt auf die Bremszylinder
aus und lässt den Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit verdampfen. Der Druck
auf die Fußbremse presst dabei lediglich die Dampfblasen zusammen und die
Bremse bleibt wirkungslos. Damit Ihnen so etwas niemals passiert, sollten
folgende Punkte beachtet werden !
- Alle 2 Jahre die Bremsflüssigkeit
tauschen. Je älter sie ist umso mehr Wasser nimmt sie auf. Durch die §57a
Begutachtung (Pickerl) ist die Messung des Siedepunktes der Bremsflüssigkeit
nun zwingend vorgeschrieben.
- Beim bergab Fahren, den 2.
oder sogar 1. Gang einlegen. Somit übernimmt der Motor einen Großteil
der Bremsarbeit. Auch bei Automatikfahrzeugen.
- Niemals mit der Kupplung
bremsen. Die Kupplungsscheibe könnte regelrecht explodieren.
- Im Notfall, wenn sich eine
verminderte Bremswirkung zeigt, mehrmals schnell hintereinander das Bremspedal
betätigen, das komprimiert die Dampfblasen. Die Handbremse anziehen und
notfalls den nächst niedrigeren Gang reinwürgen.
- Wenn alles nichts mehr hilft
bleibt nur noch die Blechbremse. An Mauern, Felswänden, Leitplanken entlangschrammen.