Viele Kraftfahrer unterschätzen die Bergfahrt und überschätzen die Fahrzeugtechnik. Dadurch kommt es immer wieder zu höchst gefährlichen Situationen bei denen die Fahrzeuglenker oftmals glücklicherweise bloß mit einem Schock und einem sprichwörtlich " blauen Auge" davon kommen. Kaum ein Kraftfahrer verschwendet einen Gedanken an die Bremsscheiben bei einer Talfahrt von einem 3.000er. Die Bremsscheiben erreichen dabei Temperaturen von bis zu 800°C und werden rot glühend. Diese Hitze strahlt auf die Bremszylinder aus und lässt den Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit verdampfen. Der Druck auf die Fußbremse presst dabei lediglich die Dampfblasen zusammen und die Bremse bleibt wirkungslos. Damit Ihnen so etwas niemals passiert, sollten folgende Punkte beachtet werden !

    1. Alle 2 Jahre die Bremsflüssigkeit tauschen. Je älter sie ist umso mehr Wasser nimmt sie auf. Durch die §57a Begutachtung (Pickerl) ist die Messung des Siedepunktes der Bremsflüssigkeit nun zwingend vorgeschrieben.
    2. Beim bergab Fahren, den 2. oder sogar 1. Gang einlegen. Somit übernimmt der Motor einen Großteil der Bremsarbeit. Auch bei Automatikfahrzeugen.
    3. Niemals mit der Kupplung bremsen. Die Kupplungsscheibe könnte regelrecht explodieren.
    4. Im Notfall, wenn sich eine verminderte Bremswirkung zeigt, mehrmals schnell hintereinander das Bremspedal betätigen, das komprimiert die Dampfblasen. Die Handbremse anziehen und notfalls den nächst niedrigeren Gang reinwürgen.
    5. Wenn alles nichts mehr hilft bleibt nur noch die Blechbremse. An Mauern, Felswänden, Leitplanken entlangschrammen.
Bergfahrten !